Explosion am Bürgerbusch

6.12.2005

Am Nikolausmorgen, 6.12.2005 zerstört eine gewaltige Explosion große Teile der Reitanlage "Am Bürgerbusch". Ein Gebäude wird völlig zerstört, das angrenzende Wohnhaus (im Bild vorne) und Teile der Reithalle sowie das Futterlager (im Bild hinten) werden statisch so geschädigt, dass sie abgerissen werden müssen. Sämtliche Dächer der umliegenden Gebäude werden durch die Druckwelle zerstört. 

Mittlerweile hat das Brandgutachten ergeben, dass eine nicht vollständig zugedrehte Gasflasche im angrenzenden Dachdeckerbetrieb Auslöser für die Explosion war.

Hier ein chronologischer Abriss der Geschehnisse...

 

Bild: Rheinische Post/Miserius

Hier der Artikel vom 7.12.2005 aus dem Kölner Stadtanzeiger 

Vom Lager blieb nur ein Trümmerhaufen

Eine Explosion zerstörte große Teile der Reitanlage am Bürgerbusch in Schlebusch

Das Lager der Dachdeckerei Grede und Geraedts flog am Dienstagmorgen um sechs Uhr mit einer derart heftigen Explosion in die Luft, dass sogar im kilometerweit entfernten Alkenrath Menschen vom Knall geweckt wurden. Vom Lager des jungen Handwerkerbetriebs, in einem Gebäude auf der „Reitanlage am Bürgerbusch“ am Grünen Weg gelegen, war außer einem Trümmerhaufen nichts mehr übrig, als die Feuerwehr wenig später auf dem Hof der Familie Horst eintraf.

Im Umkreis von einigen hundert Metern lagen Teile des Dachs, meterlange Eternit-Stücke und Fetzen von der Dachisolierung herum. Die Fensterscheiben auf dem Hof waren zersplittert. In der näheren Umgebung des Explosionsorts fanden sich mannsgroße Stücke der massiven Wände vom Lagerraum. Bei einem 100 Meter entfernt liegenden Stall lagen die Dachpfannen kreuz und quer auf dem Dachstuhl; die enorme Druckwelle hatte sie einfach angehoben. Über das große Areal verstreut findet man Ställe und Wirtschaftsgebäude, alle beschädigt.

Direkt an das Lager angebaut steht das Wohnhaus der Familie Horst. Es steht, hat aber tiefe Risse. Die Brandmauer zwischen Lager und Wohnhaus wurde zu einem großen Teil einfach weggesprengt. Um sechs Uhr lagen Beate Horst, ihr Mann Axel und Sohn Lukas noch in den Betten.

Das war ihr Glück. Niemand vom Hof wurde bedrohlich verletzt. „Wäre das Lager eine halbe Stunde später in die Luft geflogen, hätte einer von uns im Bad gestanden, dann wäre er vom herunterfallenden Dachfenster erschlagen worden“, sagt Pferdezüchterin Beate Horst. Sie hat zwar Tränen in den Augen, wirkt aber irgendwie sehr gefasst. Sie muss sich um die 51 Pferde kümmern, die auf der Reitanlage in den Stallungen stehen.

Sie steht auf dem Longierplatz und beruhigt die beiden Stuten „Goldin“ und „Shire Call“. „Unsere Tochter Lena“, sagt sie, „wohnt über die Woche im Internat in Iserlohn. In ihrem Bett stecken die Scherben vom Dachfenster tief in den Kissen.“ Wäre die Tochter zu Hause gewesen, sie wäre verletzt, sagt Beate Horst, so sei das ganze nur ein Riesen-Sachschaden. Dass keinem Pferd etwas passiert sei, obwohl doch in manchen Ställen die Teile von den Dächern in die Boxen geregnet seien, teilte sie den Besitzern noch am Morgen in einer Email mit.

Angesichts der Zerstörungen grenzt es an ein Wunder, dass neben der geschockten Mutter von Axel Horst nur eine junge Frau ins Klinikum musste. Eine Scherbe war Heike Grunwald ins Bein geflogen, als sie im Bad stand. Mit ihrem Partner Andreas Böschen wohnt sie auf dem 

Hofgelände. „Ich dachte, ein Flugzeug landet auf dem Haus“, sagt Andreas Böschen, „ich dachte, wir müssen sterben und so'n Scheiß“.

Nach und nach trafen die beiden Chefs und die Mitarbeiter der Dachdeckerei ein und standen fassungslos vor den Trümmern. Kurz vor acht 8 Uhr, als der Tag anbrach, weinten manche.

Unterdessen kämpfte die Feuerwehr mit 50 Einsatzkräften mehr als eineinhalb Stunden lang gegen die Flammen. Die Brandursache ist noch unklar. Ein Sachverständiger und die Kripo ermittelten vor Ort. Wolfgang Auweiler von der Leverkusener Feuerwehr erklärte, das an das Materiallager grenzende Haus sei so stark ausgebrannt, dass es wohl nicht mehr bewohnbar sei.

Es würden aber noch weitere Prüfungen durchgeführt. Das Umweltamt habe Proben aus dem Brandschutt entnommen. Eine kaputte Gasleitung könne den Brand ausgelöst haben, vermutet Auweiler.

Die Dachdeckerei ist seit Mitte 2004 am Grünen Weg beheimatet. Die Inhaber wollen nun in eine andere Halle auf dem Gelände ziehen.

c/o Ralf Krieger und Maria Wadenpohl



Reithalle ist nicht zu retten - 10. Dezember 2005

Nach Besichtigung durch Statiker und Architekten steht fest, dass wohl nicht nur das Wohnhaus, sondern auch große Teile der Reithalle nicht zu retten sind. Der hintere Teil der alten Reithalle ist sanierungsfähig und soll künftig Futterlager werden. Zwischen Futterlager und Wohnhaus bleibt nach Abriss der restlichen Trümmer eine Lücke von etwas über 50 m. Dort hinein wird die neue Reithalle geplant.

Alle Dächer sind wieder repariert, sodass zwischenzeitlich umgestallte Pferde wieder in ihre Boxen zurückkehren konnten.


Reitzelt als Ausweichlösung - 16.12.2005

Am Freitag, 16.12.2005, hatte die Firma Busche Zeltbau innerhalb eines Tages ein großes Reitzelt auf unserem Außenreitplatz aufgebaut. Damit konnten die Pferde bis zum Neubau der Reithalle wieder ordnungsgemäß bewegt werden, auch bei Schnee und Eis. 

In der Woche nach Ostern wurde das Zelt abgebaut, das Wetter war gut genug, um bis zur Fertigstellung der Reithalle die Außenplätze zu nutzen.


Aufräumarbeiten pünktlich zu Heiligabend abgeschlossen

24.12.2005

Die Trümmer sind abgeräumt, die einsturzgefährdeten Teile des alten Strohlagers und der Reithalle sind entfernt, alle Wege sind wieder frei. 

Dort, wo das Lager der Dachdeckerei stand, klafft nun eine große Lücke. Deutlich ist die Brandschutzwand unseres Wohnhauses zu erkennen - da ohne wären wir wohl nicht unbeschadet aus dem Haus gekommen....

Auch im Bürgerbusch und in den nördlich der Autobahn liegenden Stadtteilen Lützenkirchen und Quettingen wurden die Trümmerteile aus den Bäumen, aus den Gärten und vom Sportplatz entfernt.


10. Januar 2006 - Auftrag für neue Reithalle vergeben

 

Direkt im neuen Jahr haben wir an die Firma Multiprojekt aus Petershagen den Planungs- und Ausführungsauftrag für die neue Reithalle vergeben. Diese wird direkt an unser (neu zu errichtendes) Wohnhaus angrenzen und die Lücke bis zum Futterlager schließen. Bei einem Hufschlagmaß von 20 x 40 m bleiben am hinteren Ende der Halle 5 m frei, die als Schleuse genutzt werden können. Dort ist es nicht nur deutlich praktischer, die Pferde ein- und auszudecken, die Hufe auszukratzen und evtl. Jacken wieder anzuziehen, sondern das Betreten der Reithalle ist auch deutlich sicherer, als direkt an der Bande ein Tor zu öffnen, und mit dem Ruf "Tür frei, bitte" auch gleich mit dem Pferdekopf in der Halle zu sein. Außerdem kann im hinteren Bereich das gesamte Hindernismaterial gelagert werden, sodass es künftig kein Problem sein wird, Einzelsprünge oder auch einen Parcours schnell auf- und abzubauen.

Die 5 m, die direkt an das Wohnhaus anschließen, werden als Tribüne gestaltet und erhalten eine zusätzliche Toilettenanlage und einen Sanitätsraum

Hier der Grundriss - ab Februar wurden die Fundamente gegossen, im April wurde die Halle aufgerichtet.

Frühjahr 2006 - Bilder aus der Bauphase