Einstreu

Wir hatten schon im Herbst 2002 gemerkt, dass Menge und Qualität der gesamtdeutschen Strohernte zu wünschen übrig ließen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Schon im Januar 2003 haben wir den gesamten Stall auf alternative Einstreu umgestellt, bis 2008 war dies Leinstroh. Da aber auch die Flachsernte wetterbedingten Schwankungen unterliegt und dazu die Transportkosten von Südfrankreich in die Bundesrepublik nicht mehr zu bezahlen waren, ist seit Juni 2008 die Wahl auf heimische, nachwachsende Rohstoffe gefallen - sprich Holzpellets. Die Vorteile sprechen für sich:

1. hohe Saugfähigkeit

Pellets bieten eine trockenere Matratze und trockenere Hufe aufgrund der extrem hohen Aufnahmefähigkeit für Flüssigkeiten: Schon 1 Kubikmeter absorbiert mehr Urin als 9 Kubikmeter Holzspäne – 1 Sack Pellets kann also 63 Liter Urin aufnehmen, und entspricht damit 105 % der Aufnahmefähigkeit eines Leinstroh-Ballens. Auch wenn der 15-kg-Sack "klein" aussieht, er hat die gleiche, wenn nicht bessere Funktion wie ein Leinstroh-Ballen.

2. gleichbleibend gutes Stallklima

Pellets sind (wie Leinstroh auch) natürliche Ammoniak-Blocker, die den Geruch und die Ammoniakbelastung der Luft deutlich reduzieren. Da sie schon in der Herstellung gepresst, dadurch erhitzt und dabei von den natürlichen Holzinhaltsstoffen abgebunden werden, sind die Holzpresslinge äußerst keimarm, abriebfest und stauben nicht. So sorgen Pellets für gesündere Luft im Stall und verbreiten einen angenehmen Holzduft. Atemwegserkrankungen und Allergien wird vorgebeugt. Die Pferde werden zwar anfangs versuchen, die Einstreu zu fressen, geben dies aber schon nach dem ersten Versuch dran. Schaden kann der Versuch nicht, draußen kauen Pferde auch auf Holz rum...

3. weniger Arbeit und Kosten

Explodierende Transportkosten, steigenden Preise für Flachs- oder Hanfeinstreu, Stroh, was zum Teil in einer bedenklichen Qualität bei horrenden Preisen geliefert wird: Das alles erhöht den Kostendruck in der Pferdehaltung.

Zur Technik der Einstreu mit Holzpellets (für diejenigen, die selber misten)

Nun ist es nicht damit getan, die Pellets so wie sie sind, in die Box zu streuen (geht auch, ist aber nicht so wirkungsvoll). Pellets sollten (so komisch, wie das klingt!) NASS gemacht werden. Dann quellen sie auf und erhalten ihre volle Funktionsfähigkeit. Das bedeutet nicht, dass nasse Späne eingestreut werden, das "fertige" aufgequollene Material fühlt sich trocken an.

Sack oben aufschneiden und in eine Schubkarre legen, anschließend ca. 5 Liter Wasser aus dem Schlauch in den Sack laufen lassen und den Sack in eine Ecke der Box kippen. Aus der "kleinen" Menge wird binnen 10 Minuten ein recht voluminöser Haufen, der dann verteilt werden kann. Sollten noch einzelne Pellets erkennbar sein, quellen diese später nach bzw. werden von den Pferden zertreten.

Danach wird anfangs wie bisher gemistet, d.h. die Äpfel werden entfernt, und die Box wird beim Misten gründlich gewendet und durchlüftet, dadurch gibt das Material Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab und erhält neue Saugfähigkeit.