Auszeichnungen


 

Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) gemeinsam mit Reiter Revue International

Unser Stall soll besser werden - 1998

Schon im vierten Jahr unserer Reitanlage hatten wir uns mit unserem Konzept für artgerechte Pferdehaltung bei diesem Wettbewerb beworben und landeten auf Anhieb auf dem zweiten Platz.

Am 07.09.1998 wurden die Prämierungen im Rahmen des Bundeschampionates in Warendorf vorgenommen.

FN

mit Irina Ludewig, Chefredakteuerin RRi

FN

Urkundenübergabe

FN

mit Dieter Graf Landsberg-Vehlen


 

Die goldene Stallgabel

stallgabel an Beate und Axel Horst, Inhaber der Reitanlage "Am Bürgerbusch" in Leverkusen.
L iebe Kinder, beim nächsten Mal zeige ich euch, wie man aus Papas Stereoboxen prima Hamsterkäfige baut", witzelte Berufs-Ostfriese Otto in den 70er Jahren.
Die Realität ist freilich besser als jeder Sketch. In der zeigt nämlich das Ehepaar Beate und Axel Horst, wie man aus einer ehemaligen Hühnerfarm einen Pferdebetrieb baut. "Pferdebetrieb" ist untertrieben: Es ist ein kleines Pferdeparadies für Turniercracks und Geländereiter, für Groß-, Klein- und Mittelpferde. Ein mustergültiger Pensionsstall, der alle Haltungsformen anbietet, ohne aus einer eine Religion zu machen. Es gibt Paddock- und Weideboxen, Laufställe für Pferde und für Ponys. Boxen wurden nicht abgeschafft, sondern optimiert - "schließlich fragen Einsteller danach, weil sie ihr Pferd nicht wegen einer Bißwunde in der Sattellage aus dem Training nehmen wollen", wie Inhaber Axel Horst sagt. Die Boxen können sich sehen lassen: Sie messen bis zu 16 Quadratmeter, haben Außenfenster, viele sind unvergittert, so daß die Pferde Kontakte pflegen können.
Warum dieser Stall die goldene Gabel erhält? Hier gab es nie den unsinnigen Stehtag; die Pferde haben, wie es ihrer Natur entspricht, eine Sieben-Tage-Woche. Überhaupt wird die Pferde-Natur berücksichtigt: Ponys zum Beispiel werden nicht auf der Weide abgestellt, sodass sie Rehe kriegen, sondern stehen in einem 1300 Quadratmeter großen Paddockstall, in dem sie ausschließlich von Stroh und Heu leben. Kraftfutter gibt es nur, wenn die Kleinen viel leisten. Einladend die große Pferdeschwemme (über die manche anfangs spotteten, ein Pferd sei doch kein Fisch), bewundernswert die tausend kleinen Details, mit denen die Anlage ständig optimiert wird. Dazu gehört auch, dass nicht mehr als 53 Pferde unterkommen - schließlich müßten sonst wieder Platzkompromisse geschlossen werden. Hier ist gut Pferd sein. Hier ist auch gut Mensch sein. Und dass das Pferd nicht zum Menschen gemacht wird, darüber wacht das Ehepaar Horst mit Argusaugen. "Ein Pferd ist ein Pferd ist ein Pferd" ist ihr Motto. Vielleicht auch ein Grund, warum so viele Besitzer mit ihren kranken Pferden dringend zum Bürgerbusch wollen - sie erhoffen Heilung für Pferdepsyche und -körper. Um soviel Lob zu schaufeln, ist unsere goldene Gabel genau richtig. Übrigens: Nachahmungstäter und Raubkopierer sind ausnahmsweise und ausdrücklich erwünscht.

cavalloNachdruck mit freundlicher Genehmigung von Frau Ulrike Dobberthien, Redaktion Cavallo